
Jährlich entstehen in Deutschland 250.000 Tonnen Elektronik-Schrott. Damit könnte man einen Güterzug füllen, der von Hamburg bis Hannover reichen würde, Tendenz ist weiterhin steigend. Hinter diesem Abfallproblem stehen Umweltbelastungen bei der Herstellung und Entsorgung dieser Geräte, die oft nur 3 Jahre genutzt werden. Die Produktion der Integrierten Schaltkreise verschlingt große Mengen an Energie. Der Herstellungsvorgang von Computern verursacht daher bis zu 90 % der Umweltbelastung ihres Lebenszyklus. Hierbei werden im großen Stil Ressourcen verschwendet, denn in der Regel werden diese Geräte bereits lange vor ihrem technischen Lebensende ausgemustert.
Auf der anderen Seite werden viele Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, e-mail) durch neuere Computer nicht grundsätzlich verbessert, d.h. diese Anwendungen lassen sich auf Geräten älterer Generationen ebenso gut ausführen! Eine Wiederverwendung (= ReUse) gebrauchter Geräte ist daher sowohl aus ökologischen Gründen als auch Effizienzgründen eine sinnvolle Maßnahme. Der Wiederverkauf von Geräten und Komponenten ist für Recycling-Unternehmen zudem mit höheren Erlösen verbunden als eine rein stoffliche Verwertung.
Für die Umsetzung dieser Maßnahme sind sowohl technische, rechtliche als auch organisatorische Fragen zu klären. Mögliche Hindernisse im Bereich der Akzeptanz werden untersucht und überwunden. Ein Interessentenkreis für Anwendung und Erwerb dieser Geräte wird gewonnen. Das Angebot des Projektes soll zu einer attraktiven Alternative zu Neuprodukten werden, indem den Kunden ein umfassender Service, eine Beratung für sinnvolle Softwarelösungen und das Konvertieren von Dateien von neueren in ältere Programme offeriert wird. Dies kann für die jeweilige Region zu einer Quelle des Reichtums werden, da lokale Dienstleistungen gestärkt werden (Reparatur, Service) und ein breiteres Bevölkerungsspektrum Zugang zu EDV-Nutzung erhält (z.B. soziale und Bildungs-Einrichtungen).
Das Verbundprojekt Computer ReUse, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, erprobt zu diesem Zweck eine neue Form der Zusammenarbeit: In einem Netzwerk werden die erforderlichen Dienstleistungen für eine professionelle Vermarktung von Gebraucht-EDV in Verbindung mit dem dafür erforderlichen Service erbracht.
Netzwerke werden in Hamburg und Berlin mit den folgenden konkreten Aufgaben aufgebaut:
Netzwerke bieten den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit einer stärkeren Spezialisierung und einer gegenseitigen Ergänzung durch Leistungen, die das einzelne Unternehmen nicht bieten kann. Die Zusammenarbeit im Netzwerk steigert das Qualitätsniveau des Angebotes, so wird ReUse zu einer attraktiven Alternative zum Neukauf bzw. zur Entsorgung der gebrauchten Geräte.