Vorschläge für Profilierungen der Einkaufstätten

Die Kund/innen der Einkaufsgemeinschaften haben durch die Mitgliedschaft die größte Bindung an ihre Einkaufsstätte. Sie gehen nicht nur am häufigsten in ihrer Einkaufsgemeinschaft einkaufen, sondern kaufen dort auch in größeren Mengen, als die Kund/innen der anderen Einkaufsstätten. Ein Schwerpunkt künftiger Entwicklung sollte daher in der Ausweitung des Angebots und der zuverlässigen Versorgung mit allen wesentlichen Produkten auch im Bereich Kosmetik- und Hauswarenartikel liegen. Die Einkaufsgemeinschaft ist eine Familieneinkaufsstätte und ein Kiezladen, die eine nachbarschaftliche Atmosphäre gewährleisten sollte. Die gezielte Ausweitung der Kooperation mit anderen umweltfreundlichen Betrieben oder sozialen Projekten bietet zusätzliche Möglichkeiten der Profilierung.

Die Kund/innen der ökologischen Wochenmärkte sind Atmosphäre- und Qualitätskäufer. Einkaufen ist für sie keine lästige Pflicht, sondern sie nehmen sich dafür Zeit und besuchen auch gerne mehrere Einkaufsstätten. Dieses Einkaufsverhalten geht einher mit einer Bevorzugung kleinerer Strukturen. Das Profil der Märkte als Orte des Erlebniseinkaufs sollte weiter gestärkt werden. Hierzu gehört die Verbesserung und intensive Pflege des Erscheinungsbilds, die Bereitstellung von Möglichkeiten der Kommunikation zwischen den Besucher/innen und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität (mehrere Imbissstände, Sitzmöglichkeiten, Kinderspielecke). Da für die Kund/innen die regionale Herkunft und der direkte Kontakt zu den Erzeugern wichtig ist, sollte die Kommunikation in diesem Bereich verbessert werden (Übersichtstafeln, wo die Landwirte her kommen, bessere Auszeichnung der Produkte und 'authentisches' Personal).

Bei den Kund/innen der Kaufhaus-BioCorner handelt es sich am ehesten um pragmatische, auf Bequemlichkeit und Schnelligkeit ausgerichtete Kunden. Dementsprechend existieren weniger Vorbehalte gegenüber dem Angebot von Bioprodukten in konventionellen Einkaufsstätten. Künftige Marketingstrategien sollten sich vor allem darauf richten, die hohe Kundenfrequenz im Kaufhaus besser zu nutzen und die Kunden, die bereits im Haus sind, auf die BioCorner aufmerksam zu machen (Durchsagen, auffällige Hinweisschilder, gezielte Aktionen). Entsprechend des Qualitätsimages könnte sich die BioCorner stärker mit dem Angebot und der Verkostung von Delikatessen und Spezialitäten im Biobereich profilieren. Maßnahmen, wie die Einführung eines Rabattsystems o.ä. könnten dazu führen, dass die Kund/innen öfter und größere Mengen einkaufen.

Die Potentiale des Bio-Supermarkts liegen vor allem darin, Gelegenheits- und Mischkunden durch ein überzeugendes Angebot stärker zu binden. Ein Baustein dieser Strategie könnte eine noch stärkere Aufnahme von Produktgruppen ins Sortiment sein, die in anderen Bio-Einkaufsstätten selten angeboten werden. Durch auffällige und professionelle Gestaltung der Ladenfront und der Fläche vor dem Laden sowie deutlicher Kommunikation der Art der Produkte, der Breite des Sortiments und der Preise für einige Zeigerprodukte kann vor allem mehr Laufkundschaft gewonnen werden.

 
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Stand: 06.03.03