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Ein neuer Produktionsstil verursacht auch eine neue Stilfrage, die ihrerseits
mit den technologischen Aspekten der Produktion auf das engste verknüpft
ist. War es bisher auf die industrielle Massenfertigung zurückführen, dass
künstlerische Aspekte und eine handwerkliche Ornamentik am
Gebrauchsgegenstand ästhetisch unglaubwürdig, ihres Wertes beraubt und
schließlich aus diesem Bereich völlig verdrängt wurden, so begünstigt
die individuelle Produktion heute wieder die individuelle Form.
Beispiel ist
die Ausgestaltung einer Truhe durch den Bildhauer Frank Reinecke: am Relief
dieser Truhe hätte ein klassischer Kunsthandwerker tagelang geschnitzt;
tatsächlich entstand es aber aus lockeren Pinselstrichen, deren
unterschiedliche Grauwerte mit einer speziellen Software in Höhenlinien
übersetzt und dann computergesteuert gefertigt wurden.
Mit dieser neuen
Leichtigkeit gerät nun auch die kundenindividuell angewandte Kunst, die
"Art-Customization", in die Sphäre der "neuen
Ökonomie".
Am Ende ist es nur noch ein kleiner Schritt vom "neuen
Kunst-Handwerk" zur "neuen Kunst" und zu fließenden Grenzen
zwischen "digitalem Handwerk" und kundenindividuell angewandter
Kunst - sei es als "NewArts-n-Crafts" oder als
"Art-Customization". Mit ausdrücklichem Hinweis auf das Computer
Aided Manufacturing (CAM), auf neue Materialen und auf eine vergleichbare
historische Situation prognostizierte auch schon die Zeitschrift Newsweek
(24/4/00): "In another five years or so we just might be neck deep in a
period of, well, call it nouveau art nouveau."
Beispiele für CAD-gefertigte Möbel -
Erich Brüggemann
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