Stärkung regionaler Ökonomien:
New Arts and Crafts als exemplarischer Beitrag des Tischlerhandwerks

Grundannahmen und Kriterien zur regionalen Nachhaltigkeit zu Beginn des Projektes

Eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung erfordert ein mehrdimensionales Konzept, das ökologische Anforderungen und Rahmenbedingungen mit wirtschaftlichen, technologischen, sozialen und kulturellen Fragen im Sinne einer ökologisch angepassten und sozial gerechten Erdpolitik (E.U. von Weizsäcker) miteinander verbindet.

Handlungsspielräume für eine nachhaltige Entwicklung eröffnen sich vor allem auf der lokalen und regionalen Ebene. Dabei kommt dem Aspekt von lokalen und regionalen Produktions-, Dienstleistungs- und Vermarktungsmöglichkeiten eine besondere Bedeutung zu. Für die Regionen - definiert als eine funktionsräumliche Einheit mit einer gewissen politischen Handlungsfähigkeit - bedeutet eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung vor allem weniger Stoffimporte und -exporte, mehr kleinräumige Kreislaufwirtschaft und somit Substanzerhalt der natürlichen Potentiale.

Ausgangsthese der Machbarkeitsstudie ist, dass die Innovation des Tischlerhandwerks auf der Basis digitaler Fertigungstechnologie zu einer Re-Regionalisierung der Möbelproduktion und -distribution und somit zu einer Stärkung nachhaltiger regionaler Ökonomien führen wird. Die dezentrale, kundennahe Produktion wird nicht nur eine drastische Reduktion von Transporten und Produktverpackungen nach sich ziehen, sondern auch die Engführung von Stoffkreisläufen in der Region und die Nutzung regionaler Rohstoffe begünstigen.

Darüber hinaus dürfte die flexible Möbelfertigung zu einer Steigerung der Ressourcenproduktivität beitragen, da kundenindividuell gefertigte Tischlermöbel typische Langzeitprodukte sind. Ihre hohe Material- und Verarbeitungsqualität sowie eine auf Reparaturfähigkeit und Erweiterbarkeit ausgelegte Gestaltung ermöglichen in technisch-materieller Hinsicht eine lange Nutzung. Doch auch die Berücksichtigung von Kundenwünschen bzw. die Einbeziehung des späteren Nutzers als Ko-Designer begünstigt dessen besondere Wertschätzung und Identifikation mit dem Produkt und erhöht den Nutzungswert über längere Zeiträume.

Schließlich ist zu erwarten, dass mit der Stärkung der neohandwerklichen Produktion die Herausbildung von innovativen lokalen und regionalen Milieus und milieuspezifischen ästhetischen Identitätsmustern verbunden sein wird und Handlungs- wie auch Sinnpotentiale der in der Region lebenden und arbeitenden Menschen aktiviert werden.

Ziele des Projekts - Machbarkeit und Wünschbarkeit - New Arts and Crafts

 
Suche Inhalt News Regionen-
karte
Modell-
projekte
Synthese-
projekt
Nachhaltiges
Wirtschaften
Home

    copyright by ISOE
Webmaster: krautter@isoe.de
Stand: 06.03.03