Ohne Menschen keine Wirtschaft. Über das alltägliche Wirtschaften in der Warburger Börde im 21. Jahrhundert

Fotografie Grafik Text Vortrag Talk-Runden

Das BMBF- Forschungsprojektes "Ansätze regionalen Wirtschaftens in der ländlichen Gesellschaft: Die Warburger Börde" präsentierte seine Zwischenergebnisse nach gut 2/3 der Forschungslaufzeit der regionalen Öffentlichkeit. Vom 4. Bis 15. Januar 2002 hing in der Schützenhalle in Borgentreich, der Kernstadt des Forschungsgebietes, die Ausstellung "Ohne Menschen keine Wirtschaft. Über das alltägliche Wirtschaften in der Warburger Börde im 21. Jahrhundert". Durch die enge Zusammenarbeit mit der Fotografin Cornelia Suhan, dem örtlichen Druckereibetrieb Conze Druck und viel handwerklicher Eigenarbeit der drei Team-Frauen ( Aufbau)  konnten die soziologischen Forschungsergebnisse für die Bewohnerinnen und Bewohner der Warburger Börde anschaulich und eingänglich aufgearbeitet werden. Das "Projekt im Projekt" - die Ausstellung - kann als wirklicher Erfolg betrachtet werden. Im Verlauf der 12 Tage kamen fast 1000 Besucher und Besucherinnen in die Ausstellung. Die Anordnung von Foto und Text konnte bewirken, daß die Leute sich die Zeit nahmen, ausdauernd zu lesen. Auch Auswärtige konnten der Ausstellung viel abgewinnen, obwohl sie die Portraitierten auf den Schautafeln nicht persönlich kannten (siehe Kommentare im Gästebuch).

Der Ausstellung gelang es, während der 12 Tage zu einer Art kulturellem Zentrum zu werden. In lebensgroßen Portraits begegnete man 13 verschiedenen Personen der Region bei einer ihrer typischen Tätigkeiten sozusagen in Augenhöhe. Sie repräsentierten jeweils einen wichtigen Bereich, der zum regionalen Wirtschaften beiträgt. Die 13 Großportraits umgrenzten eine Art Dorfplatz. Ein kleines Podest und Stühle im Zentrum des Raumes wurden je nach Bedarf für verschiedene Veranstaltungen und Ereignisse gruppiert, auf- und umgebaut. Diese waren gut besucht, allen voran die Eröffnung mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten in NRW Dr. Michael Vesper mit ca. 120 Besucher und Besucherinnen. 

Begleitende Talk-Runden brachten interessante Ergebnisse und bestärken das Nachdenken und das Bewußtsein über die eigene Region: "Auswärts studieren heißt eben nicht "Aus den Augen aus dem Sinn". Wie, warum und welche Verbindungen zum Heimatort auch in der Ferne entstehen, diskutieren junge Menschen, die aus der Region stammen", und: "Die Kroutwigge - Wiederbelebung einer alten Tradition. Warum, von wem, mit welchem Hintergrund?". Weitere 130 Gäste kamen am Sonntag zum Frühschoppen "Schweine bringen Scheine" und was sonst noch? Die Schweinemast in der Diskussion - Landwirte und Nicht-Landwirte diskutieren". Am Montag kamen ca. 80 Schüler und Schülerinnen der neunten und zehnten Klassen der Fächer Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von Haupt- und Realschule in Borgentreich. Auf der "Finissage" brachten die Bewohner und Bewohnerinnen der Börde durch die professionelle Moderation von Birgitta Schulte zum Ausdruck, was athmosphärisch 12 Tage lang in der Schützenhallen-Luft hing: die Ausstellung regt an, das eigene alltägliche Wirtschaften zu überdenken und neu wahrzunehmen. Sie regt an, wertzuschätzen, was man selbst und die Nachbarn leisten, ferner sich auf die Region zu besinnen, vielleicht auch da, wo die Produktion überregional orientiert ist, wie etwa in der Schweinemast. Auch hier können regionale Erzeugerkreisläufe der regionalen Wirtschaft zu einer stärkeren Position verhelfen.

Der Ausstellungsverlauf mit Veranstaltungen ist fast durchgängig von der regionalen Presse dokumentiert worden: Artikel zur Ausstellungsankündigung, über die Eröffnung, über die Veranstaltungen, die Finissage. Verschiedentlich wurde sich auf die Ausstellung auch im Nachhinein noch bezogen, zum Beispiel beim Borgentreicher Karneval.

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C. Suhan

 

 

 
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