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Wir gehen davon aus, daß die bäuerliche Gesellschaft eigentlich sehr viele
nachhaltige Elemente enthält, die auch nach wie vor wirksam sind. Auf einem
Bauernhof geht s in sehr unmittelbarer Weise darum, die Grundlagen des
Wirtschaftens für die nächste Generation und auf Dauern zu erhalten. Auch
wenn die Bauern weitgehend dem Wachstumszwang gefolgt sind oder
kapituliert haben -, gibt es auf dem Land ein deutliches Gefühl für die
Grenzen des Wachstums sowie für die Eingebundenheit des Menschen in
natürlichen Kreisläufe. Es gibt damit zusammenhängend auch eine größere
Sensibilität für die Angewiesenheit der Menschen untereinander und
entsprechend einen größeren Respekt für das informelle Wirtschaften bzw.
die Subsistenzwirtschaft. Selbstverständlich gibt es gleichzeitig auch das
Bestreben, all das zu überwinden, gibt es die Verachtung für die kleine
Wirtschaft, für die Selbstversorgung.
Um so erstaunlicher, daß sich die Subsistenzlogik allen Widrigkeiten zum
Trotz behauptet. Sie behauptet sich in der Gartenbewirtschaftung und
Hühnerhaltung, in der Weigerung, sich an Verträge zu binden, im Engagement
für die Dorfgemeinschaft, im Festhalten an all den angeblich
unwirtschaftlichen Gewohnheiten; mit all dem aber wird ein bestimmtes
gesellschaftliches Klima geschaffen, das den sozialen Beziehungen im Dorf
zugute kommt. Und die spielen bei der Regionalisierung von Wirtschaft eine
entscheidende Rolle.
In der Wirklichkeit sind wirtschaftliche Fragen soziale Fragen; es geht
darum, ob die Leute miteinander zu tun haben (wollen), und das wird nur dann
der Fall sein, wenn sie sich mit ihrer Region, dem Dorf, der Landschaft, den
Menschen, die dort leben, identifizieren können.
Soziale Nachhaltigkeit ist für das Projekt Regionalisierung zentral: Die
landwirtschaftliche Produktion wird nicht insgesamt nachhaltiger werden
können, wenn es nicht einen Ort für diese soziale Nachhaltigkeit gibt, wenn
es nicht Menschen gibt, die sich ihrer annehmen: Weil es ihren
Zusammenhängen vor Ort nützt, wenn sie (wieder) mehr miteinander
wirtschaften. |

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