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Viele Landwirte in der Börde sehen keine Möglichkeit, umzustellen, weil
sie in Schweine- und Rinderställe mit Spaltenböden investiert haben oder
an ihrem Zuckerrübenkontingent hängen. Die materiellen Schranken, die die
Landwirte wahrnehmen, werden durch soziale und kulturelle ergänzt, wodurch
der konservative Charakter der Gemeinschaft zum Ausdruck kommt: "Ich
würde gern für unseren Hofladen Reklame machen", erklärt uns der
Bio-Landwirt B. aus R.. "Aber mache ich es, werden sie sagen, ich
würde behaupten wollen, Bio sei 'was Besseres'", und bringt damit sein
Dilemma als Biobauer am Ort auf den Punkt. Er will sich die Gemeinschaft der
BördebewohnerInnen erhalten, hat sich in den Augen der Nachbarn allerdings
bereits mit der Umstellung neu sozial zugeordnet: "Du kannst das
machen", bekommt er auf die Frage zu hören, warum X oder Y nicht
umstellen wollen: "Du kennst die Leute."
Im Einzelgespräch äußern konventionelle Landwirte immer wieder
Anerkennung für Biobauern, aber keiner will umstellen und dem anderen
signalisieren, er könnte meinen, er wäre etwas Besseres.
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