Bio- versus konventionelle Landwirtschaft

Viele Landwirte in der Börde sehen keine Möglichkeit, umzustellen, weil sie in Schweine- und Rinderställe mit Spaltenböden investiert haben oder an ihrem Zuckerrübenkontingent hängen. Die materiellen Schranken, die die Landwirte wahrnehmen, werden durch soziale und kulturelle ergänzt, wodurch der konservative Charakter der Gemeinschaft zum Ausdruck kommt: "Ich würde gern für unseren Hofladen Reklame machen", erklärt uns der Bio-Landwirt B. aus R.. "Aber mache ich es, werden sie sagen, ich würde behaupten wollen, Bio sei 'was Besseres'", und bringt damit sein Dilemma als Biobauer am Ort auf den Punkt. Er will sich die Gemeinschaft der BördebewohnerInnen erhalten, hat sich in den Augen der Nachbarn allerdings bereits mit der Umstellung neu sozial zugeordnet: "Du kannst das machen", bekommt er auf die Frage zu hören, warum X oder Y nicht umstellen wollen: "Du kennst die Leute."

Im Einzelgespräch äußern konventionelle Landwirte immer wieder Anerkennung für Biobauern, aber keiner will umstellen und dem anderen signalisieren, er könnte meinen, er wäre etwas Besseres.

 
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Stand: 06.03.03