Der primäre Wirtschaftskreislauf als Ökonomie des sozialen Gefüges

Die Verknüpfungen innerhalb des primären Wirtschaftskreislaufes beschreiben zu können, ist ein weiteres Ergebnis des Projektes. Die BördebewohnerInnen lieben ihre Gemeinschaft, was ihre regionale Identifizierung ausmacht. Sie erscheint ihnen als Selbstzweck: Gemeinschaft, um nicht isoliert und alleine zu sein. Als Substanz der Gemeinschaft, so ergibt die Evaluation der Intensiv- und Leitfadeninterviews, zeigt sich der kontinuierliche Tausch von Gütern und Hilfeleistungen. Die Menschen haben miteinander zu tun, indem sie sich etwas anbieten - und zwar Subsistenzmittel, Dinge (Hilfe), die jede(r) gebrauchen kann, um die zu fragen oder die anzubieten es nie schwierig und immer gerechtfertigt ist, Kontakt aufzunehmen.

Das lokale, kleine Gewerbe partizipiert an dieser Gemeinschaft z. Bsp. indem es die Rolle des anbietenden Nachbarn bekommt - der Partyservice des Fleischers oder dessen Fleisch, das dem des Selbstgeschlachteten nahe kommt, oder der Kuchen der örtlichen Bäckers zum Treffen des Katholischen Frauenverbandes. Außerdem profitieren die Gewerbetreibenden vom Vertrauen, das die Gemeinschaft reproduziert, das sie im Ringen mit den Supermärkten in die Waagschale werfen ("Viele Kunden sind wieder zurückgekommen", sagt die Metzgersfrau nach BSE). Nicht zuletzt deshalb versteht es sich von selbst, daß es für die Gewerbetreibenden höchstes Gebot ist, an den gemeinschaftlichen Aktivitäten am Ort teilzunehmen.

 
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Stand: 06.03.03