Stand

Die Projektmitarbeiterinnen haben zu den Teilaspekten Ihrer Forschungen folgende vorläufige Ergebnisse zusammengetragen:

Allgemeine Ergebnisse zum Spektrum der wirtschaftlichen Aktivitäten in Borgentreich

Auf der Grundlage der Interviewdaten haben die Forscherinnen enge Beziehungen zwischen den BewohnerInnen festgestellt - sowohl im hauswirtschaftlich-privaten als auch im geldwirtschaftlichen Bereich. Dabei scheint die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau noch eine sehr traditionelle zu sein. 

Die familien- und gemeinschaftsbezogene Versorgungs- und Beziehungsarbeit der BewohnerInnen - gerade auch die der Frauen - stellt die Basis der Region/Stadt dar, mit der sich die Leute identifizieren. Wo unter den BewohnerInnen Geschäftsbeziehungen vorhanden sind, spielt diese Identifikation mit hinein. Vertrauen ist ein wertvolles Gut, das vor allem über die informellen ökonomischen Beziehungen untereinander aufgebaut wird. 

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Ergebnisse zu den Ansätzen regionalen Wirtschaftens

Ansätze Regionalen Wirtschaftens sind traditionell vorhanden, ohne dass sie als solches wahrgenommen werden.

Regionales Wirtschaften am Beispiel von Schlachtvieh

Ergebnis zur Stärkung regionaler, nachhaltiger Wirtschaft: Bewußtmachen des kleinen, primären Wirtschaftskreislaufes

Das Vertrauen in den regionalen Wirtschaftskreislauf kann ohne eine Sensibilisierung für den Gedanken des regionalen Wirtschaftskreislaufes nicht gestärkt werden, da zum einen die Region von ihrer Überproduktion lebt und zum anderen die Menschen sich in ihrem Selbstbild als VerbraucherIn von z.B. eben dem regional hergestellten Fleisch ernähren und dieses für sie damit diesen Anspruch per se erfüllt.

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Der primäre Wirtschaftskreislauf als Ökonomie des sozialen Gefüges

Die BördebewohnerInnen lieben ihre Gemeinschaft, was ihre regionale Identifizierung ausmacht. Die Menschen haben miteinander zu tun, indem sie untereinander tauschen - und zwar Subsistenzmittel, Dinge (Hilfe), die jede(r) gebrauchen kann, um die zu fragen und die anzubieten es nie schwierig und immer gerechtfertigt ist, Kontakt aufzunehmen.

Das lokale, kleine Gewerbe partizipiert an dieser Gemeinschaftlichkeit und es ist für sie höchstes Gebot, an den gemeinschaftlichen Aktivitäten am Ort teilzunehmen. Damit schützen sie sich vor den Massenanbietern.

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Die Exklusivität der Zugehörigkeit zur Dorfgemeinschaft oder: Der Graben zwischen Konventionellen und "Bios"

Im Einzelgespräch äußern konventionelle Landwirte immer wieder Anerkennung für Biobauern, aber keiner will umstellen und dem anderen damit signalisieren, er wäre etwas Besseres.

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Zum Beitrag der Frauen zum regionalen, nachhaltigen Wirtschaften

Das Geschlechterverhältnis scheint die Frauen dieser Region nicht in erster Linie zu beschäftigen. Auf alle Fälle schmälert es nicht ihre Bereitschaft, sich für die regionale Gesellschaft zu engagieren. Es stellt sich die Frage, inwieweit dieses Engagement auch regionale Nachhaltigkeit bewirkt oder womöglich sogar das Gegenteil. Auch Frauen vermeiden beispielsweise Kritik an einer Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion, die in der Börde nicht eben nachhaltig ist, vermutlich auch deshalb, um den dörflichen Zusammenhalt nicht zu gefährden. Daß Frauen ihre Zusammenhänge und gesellschaftliche Position nutzen würden, um die Frage nach einer anderen, eben regional orientierten Ökonomie zu stellen, ist nicht zu beobachten. Allerdings sind vor allem sie es, deren wirtschaftliche Tätigkeiten in die Richtung des regional orientierten Wirtschaftens weisen.

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Stand: 06.03.03