Der AGUM-Abfallmanager

 Projekt

- ein EDV-technisches Instrument zur innerbetrieblichen Informationsbündelung und zwischenbetrieblichen Stoffstromkoordination -

Zwischenbetriebliches Stoffstrommanagement bedarf nicht nur eines geeigneten Akteursnetzwerks, sondern auch einer adäquaten Datenbasis. Da die bisher am Markt erhältlichen Instrumente zwar Datenexporte, aber keine Datenimporte zulassen, waren sie für einen regionalen Datentransfer über Firmengrenzen hinweg untauglich.

Der AGUM-Abfallmanager mit seinen einzelnen Funktionsbereichen wurde deshalb seit Herbst 1999 in enger Kooperation mit Projektpartnern (unter der Federführung Dr. Ott, Universität Mannheim) aus der betrieblichen Praxis mit folgenden Zielen konzipiert, programmiert und optimiert:

  • rechtliche Erfordernisse und betriebliche Ansprüche an das innerbetriebliche Abfallmanagement abzudecken, 
  • mit dem innerbetrieblichen Einsatz des AGUM-Abfallmanagers gleichzeitig die überbetriebliche Schnittstellenproblematik zu lösen und so die Voraussetzung für eine deutlich effizientere Datenkommunikation zwischen Betrieben zur Förderung eines möglichst hochwertigen regionalen Ressourcentransfers zu schaffen, 
  • eine einfache Bedienbarkeit, Übersichtlichkeit und Fehlerfreundlichkeit zu ermöglichen 
  • und einen über die projektinternen Bedürfnisse weit hinausgehenden mehrdimensionalen Nutzen für die anwendenden Firmen zu erzeugen.

Die Zusammenarbeit erleichterte die Anpassung an die Wünsche der industriellen und gewerblichen Anwender. Das Ergebnis der Entwicklung wurde den Praxispartnern in der AGUM vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Abschließend wurde die Praxistauglichkeit in der betrieblichen Praxis überprüft (Betatestversion). Am 23. Mai 2000 wurde der AGUM-Abfallmanager erstmals EDV-technisch in das betriebliche Umweltinformationssystem einer am Projekt beteiligten Firma integriert. Das Instrument kann auch an weitergehende Projektbedürfnisse optimal angepasst werden.

Der AGUM-Abfallmanager bildet nicht nur quantitative Aspekte (Mengen, Preise ...) ab, sondern gibt auch qualitative Auskünfte über die entsorgten Stoffe. Derartige Zusatzinformationen sind zentrale Schlüssel für die Identifikation hochwertiger zwischenbetrieblicher Stoffkreislaufführungsmöglichkeiten.

Betriebsintern werden nicht nur Effizienzsteigerungen gegenüber bisherigen Dateneingabe- und -verarbeitungsmodi erreicht, sondern auch Synergieeffekte. Folglich werden die im AGUM-Abfallmanager ablegbaren Stoffstromdaten von Firmenseite aus deren eigenem Kalkül heraus (auch nach Beendigung des Modellprojektes) gepflegt werden.

Auf der letzten Mitgliederversammlung der  AGUM konnte unter anderem auch der vorläufige Abschluss der Programmierungsarbeiten am AGUM-Abfallmanager bekannt gegeben werden, der seitdem in seiner Version 1.6 in den am Projekt beteiligten Betrieben installiert wird. Dieser Vollinstallation war eine ca. sechsmonatige Testphase in verschiedenen Einzelbetrieben vorausgegangen, die in enger Abstimmung mit den firmeninternen Anwendern (in der Regel den betrieblichen Umwelt- und Abfallbeauftragten) erfolgte und so zu einer möglichst hohen Praxistauglichkeit und Akzeptanz führen sollte. Hinter dieser Akzeptanz stand sicherlich das zunächst einmal kurzfristige Interesse des Betriebes an einem umfassend und effizienzsteigernd einsetzbaren Abfallmanagementinstrument, das die monetären Projektfinanzierungsbeiträge der Unternehmen auch vor den Augen der kaufmännischen Geschäftsführung rechtfertigen sollte. Dahinter stand aber auch das für den regional orientierten Projekterfolg zentrale Ziel, über möglichst alle partizipierenden Firmen hinweg eine homogene Dateninputstruktur gewährleisten zu können. Denn gerade vor dem Hintergrund ökonomischer Nachhaltigkeit muss es im Projekt ja darum gehen, ein überbetriebliches Datenpooling möglichst weitgehend automatisieren zu können und so die periodisch wiederkehrenden Poolingkosten möglichst niedrig zu halten.

Jeder der in den Firmen installierte Abfallmanager ist bei seiner betrieblichen Installation mit allen abfallwirtschaftlich relevanten Firmendaten des Jahres 2000 bestückt und kann so praktisch vom Tag seiner Installation an im "Normalbetrieb" genutzt werden. Zur Erleichterung des Umgangs insbesondere mit nicht alltäglich auftretenden Ereignissen (bislang nicht aufgetretene Abfallstoffe, Entsorgerwechsel, Änderungen personenspezifischer Zugriffsrechte etc.) findet eine eintägige Schulungsmaßnahme für die betrieblichen Anwender statt. Die Erstellung eines anwenderfreundlich gestalteten Abfallmanagerhandbuches wird in Baelde abgeschlossen sein.

Die Schulungsmaßnahme wird gleichzeitig den Startschuss für den autonomen Umgang mit diesem Instrument bei den einzelnen Netzwerkpartnern bilden. Damit kann auch ein zwischenbetriebliches Datenpooling umgesetzt werden, dessen Resultate den Firmen zunächst einmal persönlich, dann jedoch zunehmend über Intranet zugänglich gemacht werden sollen.

Kontakt: sterr@iuwa.de (Thomas Sterr)

Fernsehbericht von Campus-TV, Rhein-Neckar-Fernsehen, 17. Juli 2001 auf den Seiten 

http://www.iuwa.de/projekte/pro_300.html

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