| Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist als ein Leitbild zu
verstehen, das in einem langfristigen Such- und Abstimmungsprozess
erreicht worden soll. Dabei sind die gesellschaftlichen
Nutzungsansprüche und die natürlichen Lebensgrundlagen in zeitlicher und
räumlicher Dimensionen so aufeinander abzustimmen, dass interregionale
und intertemporale Gerechtigkeit gewährleistet ist.
Dieses prozesshafte Vorgehen und damit die wichtigsten Schritte hin zu
einer nachhaltigen Entwicklung lassen sich in der Region am ehesten
erproben und umsetzen. Die Region ist überschaubar. Die
Akteure sind bekannt und kennen sich im persönlichen, regionalen
Netzwerk. Lebensstile und Wirtschaftsweisen sind - auch bei
zunehmender Globalisierung - in weiten Teilen noch stark regional
geprägt. In der Region können Ursachen und Wirkungen von
Handlungen zugeordnet werden. So erzeugen Umweltkrisen und Unfälle
unmittelbare Betroffenheit, eigenes Verhalten unmittelbare Resonanz bei
den anderen Akteuren. Verantwortung ist zurechenbar.
Betroffenheit und schnelle Resonanz haben Folgen, denn sie können in
konkrete Handlungen münden, die für den Alltag gelten.
Nachhaltigkeit im regionalen Kontext kann akteursbezogen beschrieben
werden.
Es gibt bereits eine Reihe von regionalen nachhaltigen
Entwicklungskonzepten, die die ökologischen, ökonomischen und sozialen
Bedingungen und Besonderheiten einer Region einschließlich der regionalen
ökologischen Belastungen berücksichtigen. Ihr Ziel ist es, die
Stärken und Schwächen einer Region in wirtschaftlicher und ökologischer
Hinsicht als Ausgangspunkt für eine mögliche künftige nachhaltige
Entwicklung aufzugreifen.
Weitere Ansätze befassen sich mit der Regionalisierung von
Produktions- und Konsumprozessen und der Frage, wie durch neue
wirtschaftliche Organisationsformen in Regionen die Externalisierung von
Effekten besser vermieden werden kann, indem wirtschaftliche
Stoff-Kreisläufe räumlich stärker konzentriert werden. Beispiele
hierfür sind Produktionsnetze, in denen sich regionale Produzenten
zusammenschließen zu einer gemeinsamen Vermarktung oder zu
Verwertungsnetzen, in denen Sekundärrohstoffe zwischen Betrieben einer
Region ausgetauscht und die Entsorgung von nicht weiter verwertbaren
Stoffen gemeinsam betrieben wird (bis hin zur gemeinsamen Nutzung der
dabei anfallenden Energie aus Verbrennung oder biologischer Verwertung).
Am Beispiel dieser "Pioniere", seien es innovative
Unternehmen, Initiativen oder auch Kommunen, sollen im interdisziplinären
Zusammenwirken von Wissenschaft und Praxis Bausteine und Grundlagen für
die Stärkung einer regionalen Ökonomie und der Regionen selbst
erarbeitet werden.
Folgende übergeordnete Ziele wurden für die Förderung von
Modellprojekten formuliert:
- Stärkung der Region: Entwicklung von Konzepten, die die besonderen
Stärken und Schwächen einer Region als Ausgangspunkt für die
mögliche zukünftige Entwicklung nehmen.
- Vermehrte und effizientere Nutzung des regionalen Potentials:
Berücksichtigung des vorhandenen Naturpotentials, Optimierung des
Einsatzes von Klein- und Mittelbetrieben z.B. durch Lieferantendialoge
und Unternehmensverbünde, Entwicklung von Konzepten für
Kooperations- und Koproduktionsformen zwischen Wirtschaft - Kommunen -
Bevölkerung, Sicherung von Arbeitsplätzen z. B. durch
Neustrukturierung des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes.
- Reduzierung von Stoffkreisläufen: Bevorzugung der regionalen
Leistungen, Produktion vor Ort, Förderung regionaler Unternehmen,
Vernetzung von Unternehmen.
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