Diesen Trend verdeutlicht das Modellprojekt „Cooperationen für einen umweltschonenden Ressourcen-Austausch“. Dort ging es unter anderem um die Entsorgung von Abfallgemischen aus Kfz-Werkstätten, Tankstellen und Autohäusern im Ruhrgebiet....

 

 

"Auf dem klassischen Entsorgungsweg werden in Nordrhein-Westfalen jährlich etwa 140.000 Tonnen Fest-Flüssig-Abfälle aus Auto-Werkstätten und Tankstellen entsorgt. Mit einem Aufwand von 30 Millionen Euro gelangen diese Stoffe - Schlämme aus Wasserabscheidern und Einlaufschächten - in chemisch-physikalische Behandlungsanlagen. Unsere Aufgabe war es, ein überbetriebliches Stoffstrommanagement zu entwickeln und auf lokaler Ebene umzusetzen", erläuterte Diplom-Ingenieur Andreas Rebhahn von der ARÖW GmbH, Duisburg.

Nach Vorgesprächen mit der Kfz-Branche und lokalen Umwelteinrichtungen hat das interdisziplinäre  Forschungsteam zunächst auf Basis der Praxisdaten einen Prioritätenkatalog formuliert. Mit einem Rechenmodell wurden dann verschiedene Möglichkeiten der logistischen Verknüpfung von Anfallstellen nach Rhythmus und Menge sowie Kostenwirkungen der Optimierung sowie eine Pool-Lösung simuliert - auch um weitere Akteure in das Netz zu holen. Kern der kooperativen technisch-logistischen Lösung ist ein mobiles Abwasserreinigungssystem, das auf einen Lkw montiert ist. Vor Ort werden so die Abscheideinhalte um etwa 80 Prozent verdichtet und das aus ihm gewonnene Wasser wird wieder dem Betrieb zugeführt. Es werden nicht mehr große Mengen an Wasser-Abfallgemische abtransportiert, sondern nur noch die eigentlichen Abfälle. Zudem wird die Einzelentsorgung durch ein – dank überbetrieblicher Absprachen - optimiertes Routen-Sammelsystem abgelöst. Das mobile Abwasserreinigungssystem "marus" ist nach Analyse der ARÖW-Forscher spezifisch angepasst und bietet daher bessere Reinigungsleistungen als herkömmliche Anlagen.

Nur durch eine Dialog-Plattform mit den beteiligten Kfz-Unternehmen, Workshops, ein - trotz Wettbewerb - offenes Datenmanagement und die laufende Verbesserung der technisch-wirtschaftlichen Optimierung konnten Kostenverringerungen erreicht werden. Das regionale Verwertungsnetz beruht auf Interessenlagen. "Begrenzend sind allenfalls Kosten der Routenplanung", so Rebhahn. Zunächst bestand das Verwertungsnetz aus 12 Kfz-Betrieben im Raum Bochum; mittlerweile haben sich alle ARAL-Tankstellen in Nordrhein-Westfalen angeschlossen, so daß mittlerweile etwa 550 Betriebe zum Netzwerk gehören.


Andreas Rebhan (r.) und Engelbert Schramm in der Disukussion

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Stand: 06.03.03