Regional erzeugte Bio-Lebensmittel – spielen Handel und Kunden mit?

 

 

Ergebnisse des Fachgesprächs am 16.2.2002

Ziel des Fachgesprächs war es, übertragbare praxisrelevante Ergebnisse aus den vom BMBF-geförderten Modellprojekten zum “Nachhaltigen Wirtschaften” möglichst rasch in mehrere spezifische Zielgruppen der Praxis zurückzukoppeln: Bioeinzelhandel, Verarbeiter und Zwischenhandel von biologisch produzierten Lebensmitteln. Etwa 140 Personen/Unternehmen wurden im Vorfeld auf die Veranstaltung (), die im Rahmen der Internationalen Fachmesse “Biofach” auf dem Nürnberger Messegelände stattfand, aufmerksam gemacht. Etwa 60 Personen aus diesem Zielkreis und Berater des Biohandels, Erzeuger, Fachjournalisten, Wissenschaftler und VertreterInnen von Verbraucherschutz- und anderen Verbänden  nahmen am Fachgespräch teil. ()

Nach zwei kurzen Referaten - "Bedürfnisse von Bio-Kunden und Profilierungsmöglichkeiten für den Handel"  (Dr.Dr. Martina Schäfer, TU Berlin) sowie "Profilierung mit regionalen Produkten aus biologischem Anbau - Chancen und Probleme" (Dr. Inge Asendorf, Tagwerk Genossenschaft) wurde gleich in die Diskussion übergeleitet; dort bekam auch Bernhard Burdick (Wuppertal-Institut) die Gelegenheit, ergänzend Empfehlungen für das Marketing regionaler Produkte einzutragen.

Insbesondere wurden die folgenden Punkte in der Diskussion vertieft:

  • Die Regionaliktät der Produkte ist ein wichtiger Zusatznutzen für die Kundinnen und Kunden, der bisher im Handel häufig vernachlässigt wurde.
  • Regionalisierung kann für Bioläden ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber der zunehmenden Konkurrenz von Bio-Supermärkten und Discountern sein. Je zentraler der Einkauf, desto weniger regionale Produkte gelangen ins Sortiment. 
  • Dazu bedarf es spezieller Werbe- und Marketingstrategien (z.B. Hofportraits, Kennzeichnung regionaler Ware), aber auch einer Schulung des Personals und einer fundierten Einschätzung der regionalen Produktion (z.B. muss bei einer regionalen Plazierung der Ware den KundInnen vermittelt werden, wieso nur ein Teil des Käsesortiments aus der Region stammt). 

Auch die folgenden Punkte, die die teilnehmenden PraktikerInnen bei Veranstaltungsbeginn als relevante Probleme kennzeichneten (), die gelöst werden müssen, um den Anteil an regionalen Produkten zu erhöhen, wurden in der Diskussion angesprochen:

  • begrenztes Angebot an Artikeln aus der Region
  • zu wenig Info-Material über regionale Erzeugung;
  • unprofessionelle Präsentation der Erzeuger/Lieferanten im Laden;
  • geringes regionales Angebot in den Monaten Januar, Februar, März;
  • grosse Zahl verschiedener Lieferanten aus der Region,
  • sind regionale Marken möglich und lassen sich Regionen dabei klar abgrenzen? 

Die Idee war, eine lebendige Diskussion zwischen Wissenschaft und Praxis anzuzetteln.  Das erhobene Meinungsbild der TeilnehmerInnen hat bestätigt, dass diese Form der Vermittlung von praxisrelevantem Wissen erfolgreicher war als eine Veranstaltung mit langen Vorträgen. Fast alle Beteiligten bestätigten, Neues erfahren und wichtige Anregungen bzw. Hinweise erhalten zu haben.

Fotos - Presseerklärung zur Veranstaltung - Ankündigung der Veranstaltung

Ergebnisse

Ankündigung

Presseerklärung

Fotos

 

 

 
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Stand: 06.03.03