Empfehlungen für das Marketing regionaler Produkte:

 

 

 
  • Das positive Image regionaler Produkte wird vor allem dann wahrgenommen, wenn sich HändlerInnen auch für die „regionale Idee“ engagieren.

  • Die Bündelung (Blockplazierung) und deutliche Kennzeichnung der regionalen Produkte am point of sale (POS) erleichtert die Wahrnehmung durch die KonsumentInnen. (Vielfach werden regionale Produkte nicht deutlich genug gekennzeichnet bzw. im Sortiment hervorgehoben.)

  •  Aktionen mit direktem Kontakt von ProduzentInnen und KonsumentInnen
    - am POS (Verköstigung usw.) und
    - am Produktionsort (Hoffest, Exkursion usw.)
    schaffen vor allem Transparenz, sprechen VerbraucherInnen stärker an und sind eher geeignet Mund-zu-Mund-Propaganda zu initiieren. Der direkte Kontakt zu den Produzenten („Betriebe bekommen ein Gesicht“) stärkt auch den emotionalen Bezug der KonsumentInnen zur Region.

  • Kooperation mit gleichgesinnten ProduzentInnen und HändlerInnen (regionale Vernetzung) ermöglicht die arbeitsteilige Durchführung von Marketingaktionen.

  • Umfeldakteure (potenzielle Nutznießer wie Kreis-, Gemeindevertreter, Naturschutzverbände, Kirchen, Presse etc.) sollten in das Marketing und die Verbreitung der „regionalen Idee“ stärker einbezogen werden. Nach eigenen Erfahrungen besteht eine hohe Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Unterstützung regionaler Vermarktungsinitiativen.

  • Die Kooperation regionaler ProduzentInnen (Bündelung eines gemeinsamen Angebots) verringert den Koordinationsaufwand für die HändlerInnen.

  • Städtisch und ländlich geprägte KonsumentInnen sind unterschiedlich aufgeschlossen gegenüber regionalen Produkten. Eigene Beobachtungen zeigten, dass besonders die städtischen KonsumentInnen für regionale Produkte empfänglich sind: sie sind hoch motiviert, haben aber geringere Kenntnisse über die regionalen Produkte. In ländlichen Räumen ist der Absatz von Regionalprodukten dagegen schwerer zu erreichen, da die Verbraucher im Vergleich zum städtischen Umfeld zwar hohe Kenntnisse über die Produkt- und Produktionsqualität aufweisen, aber weniger aufgeschlossen sind. Beide Konsumententypen erfordern daher verschiedene Ansatzpunkte für die Vermittlung und Verankerung der regionalen Idee.

Bernhard Burdick, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Projekt: Entwicklung eines Lernmodells zur regionalen Vermarktung von Nahrungsmitteln, Bernhard Burdick

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Stand: 06.03.03