Das Wichtigste in Kürze
Das Fachgespräch dient dazu, aktuelle Ergebnisse aus Modellprojekten
vorzustellen und dem Handel Hinweise zu geben. Die stark
umsetzungsorientierten Forschungsprojekte gehören zur BMBF-Förderinitiative
Nachhaltiges Wirtschaften/regionale Ansätze
http://www.nachhaltig.org. Projektbezeichnungen und
Ansprechpartner/-innen werden weiter unten genannt
- Bio-Kunden aus Großstädten stellen an ihre Einkaufsstätte noch andere
Ansprüche als möglichst günstige Preise, wie Breite des Angebots
(one-stop-Vorteil), Erlebnis, Atmosphäre. Je nach diesen Ansprüchen wählen
sie ihre bevorzugte Einkaufsstätte aus.
- Bei unterschiedlicher Profilierung Erlebniseinkauf,
Familieneinkauf, günstiger Einkauf von Grundnahrungsmitteln,
Spezialitätengeschäft etc. - haben sehr verschiedenartige
Bio-Einkaufsstätten auf dem Markt in Großstädten langfristig eine Chance.
- Fachkundiges Personal, die Möglichkeit des Rückgriffs auf Beratung und
Information sowie ein Rest persönlicher Atmosphäre sind in allen
Bio-Einkaufsstätten von Bedeutung.
- Bio-Produkte sind inzwischen in breite Kundenkreise vorgedrungen, was
das Alter, die Einkommensverhältnisse und die Lebenssituation angeht.
Zielgruppen, die künftig stärker angesprochen werden sollten, sind junge
Leute unter 25, ältere Leute über 55 und Menschen mit geringerem
Bildungsniveau.
- Die Herkunft der Bioprodukte spielt für die Kunden aller
Einkaufsstätten eine wichtige Rolle: Das tatsächliche Einkaufsverhalten am
point of sale hängt jedoch davon ab, ob Qualität und Preis mit Produkten
anderer Herkunft vergleichbar sind und ob die Herkunft gut erkennbar ist.
- Der Kauf von Bioprodukten regionaler Herkunft muss den Kunden einfach
gemacht werden. Erstrebenswert ist außerdem die Stärkung eines emotionalen
Bezugs zur Region.
- Naturkostläden können sich insbesondere in kleinstädtischen sowie
ländlichen Gebieten mit einem regionalen Sortiment profilieren. Günstige
Voraussetzungen für die Profilbildung liegen dann vor, wenn regionale
Aktivitäten stark ausgeprägt sind und den Bereich Landwirtschaft,
Ernährung einbeziehen.
- In der praktischen Umsetzung von regionalen Sortimenten sind noch eine
Reihe von Problemen zu lösen. Dazu ist eine gute Zusammenarbeit mit dem
Grosshandel und regionalen Lieferanten erforderlich.
- Am Beispiel der regional orientierten
Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft TAGWERK (mit Grosshandel und mehreren
Naturkostläden) werden praktische Vorgehensweisen aufgezeigt.
- Verbraucherbefragungen in eher ländlichen Gebieten zeigen, dass
regionale Produkte gewünscht werden. In der Region Rhein-Sieg werden
Maßnahmen durchgeführt und untersucht, mit deren Hilfe bei den Kunden
Wahrnehmungs- und Lernprozesse zu den Vorzügen und besonderen Qualitäten
regionaler Produkte initiiert werden können.
- Kommunikations- und Werbestrategien für regionale Nahrungsmittel
können an Wirksamkeit gewinnen, wenn die Zusammenarbeit mit lokalen bzw.
regionalen Gruppen gelingt.
Im Schwerpunkt Agrarwirtschaft und regionale Vermarktung der
BMBF-Förderinitiative werden derzeit folgende Forschungsprojekte
durchgeführt:
Nachhaltigkeit durch regionale Vernetzung (1999 Dez. 2001)
Wege zur Verbreitung ökologisch produzierter Nahrungsmittel in Berlin
Brandenburg (1999 Feb. 2002)
- Projektleitung: Dr. Dr.
Martina Schäfer (schäfer@ztg.tu-berlin.de)
- Die Ergebnisse stammen
aus einer groß angelegten empirischen Untersuchung in Berlin (721
Befragte) und Kiel (100 Befragte).
Entwicklung eines Lernmodells zur regionalen Vermarktung von
Nahrungsmitteln (1999 Dez. 2002)
Veranstalter für das Bundesministerium für Bildung und Forschung und
dessen Projektträger Umwelt- und Klimaforschung:
Institut für Sozial-ökologische Forschung GmbH, Hamburger Allee 45,
60486 Frankfurt a.M. Ansprechpartner: Dr. Engelbert Schramm
(schramm@isoe.de).
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