Dr. Dr. Martina Schäfer
(Zusammenfassung des Vortrags auf der BioFach am 16.2.02, Raum München 3)
Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts in Berlin wurden
eingehend die Einkaufsgewohnheiten, Motive und Bedürfnisse von Biokunden
erfasst und darauf aufbauend Strategien für künftiges Marketing und eine
verbesserte Ideenvermittlung in den Einkaufsstätten entwickelt. Der Wunsch
nach regionalen Bioprodukten stellt dabei einen der untersuchten Punkte dar.
Zusammengefasst ergab sich, dass Bio-Kunden an ihre Einkaufsstätten noch
andere Ansprüche stellen als möglichst günstige Preise. Je nach diesen
Ansprüchen Atmosphäre, Frische der Produkte, One-Stop-Angebot etc. -
wählen sie ihre bevorzugte Einkaufsstätte aus. Für künftige
Marketingstrategien bedeutet dies, dass bei unterschiedlicher Profilierung
sehr verschiedenartige Bio-Einkaufsstätten auch langfristig auf dem Markt
eine Chance haben.
Bioprodukte sind in den letzten Jahren außerdem in breite Kundenkreise
vorgedrungen, was das Alter, die Einkommensverhältnisse und die
Lebenssituation betrifft. Unterrepräsentiert sind die Gruppen unter 25 und
über 55 und Personen mit niedrigerem Bildungsstand.
Kommunikationsstrategien, die neue Verbraucher/innen-Gruppen ansprechen
möchten, sollten diese Zielgruppen vor Augen haben.
Was den Wunsch nach regionalen Bioprodukten betrifft, so wurde durch die
Interviews mit den Betreiber/innen und die Gruppendiskussionen deutlich,
dass die Kunden aller untersuchten Bio-Einkaufsstätten Interesse an
regionalen Bioprodukten bekunden. Das tatsächliche Einkaufsverhalten am
Point of Sale hängt jedoch stark davon ab, ob regionale Produkte in Qualität
und Preis vergleichbar mit überregionaler Ware sind und ob sie gut erkennbar
präsentiert werden. Anders als evtl. in anderen Teilen Deutschlands ist in
der Region Berlin/Bran-denburg außerdem das Regionalbewusstsein schwach
ausgeprägt. Der Anspruch der Kunden, regionale Bioprodukte zu konsumieren,
fußt daher eher auf rationalen Überlegungen (kürzere Transportwege) als auf
einem persönlichen Bezug und eigenen Erfahrungen.
Im Rahmen des Vortrags wird darauf eingegangen, durch welche Maßnahmen
der Absatz regionaler Bioprodukte gesteigert werden kann.
Download des gesamten Vortrags (40 kb
pdf-file)
Projekt
Wege zu Verbreitung ökologisch produzierter Lebensmittel in der Region
Berlin-Brandenburg der Humboldt Universität zu Berlin und der TU Berlin; Kontakt:
schaefer@ztg.tu-berlin.de |