Erster Workshop der BMBF-Modellprojekte am 4. und 5.
September 2000 in Kassel
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung und Vernetzung der
BMBF-Förderinitiative lud das Institut für sozial-ökologische Forschung
(ISOE) die Projektleiter/-innen und Bearbeiter/-innen aus den 14 vom BMBF
geförderten Modellprojekten zu einem ersten gemeinsamen Workshop nach
Kassel ein.
Insgesamt nahmen aus den Projekten 48 Personen, darunter auch einige
Praxispartner, teil. Die unerwartet hohe Zahl der Teilnehmenden aus den
Modellprojekten, die Aufteilung in zwei Gruppen und die vielen Pausen- und
Abendgespräche erlaubten persönliches Kennenlernen und Knüpfen von
Arbeitskontakten, insbesondere auf Ebene der Bearbeiter/-innen.
Der Workshop diente in seinem Ablauf weiteren Zielen: Inhaltliche
Anregungen für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung in den jeweiligen
Modellprojekte zu geben und eine gemeinsame Grundlegung der
Förderinitiative zu ermöglichen.
In der Arbeitsgruppe 1 "Nachhaltigkeitsverständnis" referierten
Herr Reinhold Kopp (Volkswagen AG, Wolfsburg) und Dr. Wolf Fichtner
(Universität Karlsruhe) und regten mit interessanten Beiträgen aus einem
Großunternehmen und einem Modellprojekt die Diskussion über das
Verständnis von nachhaltigem Wirtschaften im Verhältnis zu (sozialer)
Nachhaltigkeit an; hier konnte eine Annäherung polarisierter Positionen
erzielt werden. Am zweiten Tag lieferten zwei Vorträge von Jens Clausen
(IÖW, Hannover) und Dr. Bettina Brohmann (Öko-Institut Darmstadt) zum
Stellenwert von Indikatoren und betrieblicher
Nachhaltigkeitsberichtserstattung die Grundlage für eine vertiefende
Diskussion des Indikatorenproblems.
In der Arbeitsgruppe 2 wurden Erfahrungen der Projektbearbeiter/-innen
über den "Umgang mit Praxispartnern" reflektiert. Als Einstieg
diente ein Referat von Prof. Dr. Volker Hoffmann (Universität Hohenheim),
der Grundlagen aus der Akzeptanz- und Diffusionsforschung zusammenfaßte. Am
zweiten Tag stellten drei Modellprojekte exemplarisch ihre eigenen
Erfahrungen in der Ansprache und Zusammenarbeit mit Praxispartnern dar. In
der anschließenden Diskussion wurde deutlich, daß die sehr
unterschiedlichen Aushandlungsprozesse zu fallspezifischen Aussagen über
Nachhaltigkeit führen.
Nach Berichten aus den beiden Arbeitsgruppen ging der Workshop mit einer
abschließenden Diskussionsrunde zu Ende. Hier wurden vor allem drei auch
zukünftig bedeutsame Themen der Förderinitiative berührt:
- das Selbstverständnis der Wissenschaftler/-innen als intervenierende
Aktionsforscher/-innen,
- die möglichen Wirkungen der Modellprojekte,
- aus den regionalen Ansätzen nachhaltigen Wirtschaftens ableitbaren
Forderungen an die politisch-adminitrativen Rahmenbedingungen.
75% der Teilnehmenden beantworteten in einer Rückkopplungsrunde Fragen
zur Auswertung des Workshops: Die Veranstaltung hat insgesamt interessante
Anregungen für die Bearbeitung des eigenen Modellprojekts geliefert. Auch
wurde deutlich, daß zukünftige Workshops dem inhaltlichen Austausch
zwischen den Modellprojekten mehr Raum geben sollten.
Workshop Ablauf - Bildergalerie
(AG1 und AG2)
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