Als Koppelprodukte eines regionalen Nahrungsmittels werden diejenigen
externen Effekte definiert, die bei der regionalen Bereitstellung des
Nahrungsmittels im Vergleich zu seiner überregionalen Bereitstellung einen
Nutzen für die Region erbringen. Für Koppelprodukte regionaler
Nahrungsmittel können folgende Beispiele genannt werden:
- die Erhaltung der regionalen Kulturlandschaft und ihrer Arten
durch den Erhalt der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung,
- die Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur, d.h. der
Landwirtschaft, des Nahrungsmittel-Handwerks und -Gewerbes sowie des
Lebensmitteleinzelhandels,
- die Erhöhung des regionalen Wohlstandes durch die Schaffung
bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen in der Region,
- die Stärkung des regionalen Bewußtseins,
- die Vermeidung von Belastungen (Emissionen, Lärm, etc.) durch
kürzere Transportwege.
Die Koppelprodukte regionaler Nahrungsmittel decken mit ihren
ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteilen die drei Aspekte der
nachhaltigen Entwicklung ab. Und tragen damit zur nachhaltigen Entwicklung
des (regionalen) Handlungsfeldes 'Ernährung' bei. Die genannten positiven
Effekte stellen Beispiele für mögliche Koppelprodukte regionaler
Nahrungsmittel dar. Welche dieser Effekte im Rahmen der Produktion und des
Konsums eines bestimmten Nahrungsmittels anfallen, hängt von der jeweiligen
Ausgestaltung der regionalen Produktlinie ab.
Koppelprodukte entstehen als positive regionale Effekte der
Bereitstellung und des Konsums regionaler Nahrungsmittel. Dabei lassen sie
sich nicht direkt dem jeweiligen Nahrungsmittel zurechnen, sondern fallen
als Nutzen für die Bewohner der Region an. Voraussetzung ihrer Wirksamkeit
ist, dass sie in einem entsprechenden Ausmaß erbracht werden, d.h. die
regionalen Vorteile, z.B. die Schaffung von Arbeitsplätzen oder die
Erhaltung der Kulturlandschaft, werden nur wirksam, wenn entsprechend viele
Akteure regionale Nahrungsmittel erzeugen und nachfragen. Koppelprodukte
lassen sich daher auch als Gemeinschaftsgüter kennzeichnen, deren Schaffung
(bzw. Schutz) das Engagement vieler regionaler Akteure erfordert, deren
Nutzen aber allen Akteuren zugute kommt. Die Akteure müssen Bewußtsein
darüber erlangen, dass ihr individuelles Handeln einen unmittelbaren
Einfluß auf die regionale Entwicklung besitzt, wodurch sie zu
verantwortungsbewußten Teilnehmern dieser Entwicklung werden. Das bedeutet,
dass die Akteure für die langfristige Erschließung vorteilhafter
Koppelprodukte Entscheidungen treffen müssen, die kurzfristig mit einem
höheren persönlichem Aufwand verbunden sein können (etwa in Form höherer
Produktpreise). Zur Erschließung der positiven Wirkungen der Koppelprodukte
bedarf es daher eines koordinierten Gemeinschaftshandelns auf
regionaler Ebene. Die Erfolgsfaktoren für die Gestaltung der hierzu
notwendigen Kommunikations- und Lernprozesse zu identifizieren bzw. die
Wirksamkeit der Koppelprodukte als Argument in den Kommunikations und
Lernprozessen zu prüfen, sind die beiden Kernziele dieses
Forschungsvorhabens.
Ergebnisse der quantitativen Erfassung
ausgewählter Koppelprodukte
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