Konzept für die Modellregion Bonn/Rhein-Sieg

 Ziel der Erprobungsphase in der Region Bonn/Rhein-Sieg bzw. in Much und dessen Umland ist, bei allen relevanten Praxisakteuren die Kenntnisse über die Angebote an regionalen Produkten und die (individuellen und regionalen) Vorteile der Regionalvermarktung zu erweitern. Bei den Akteuren der Anbieter regionaler Produkte und der gemeinwohlorientierten Akteuren ist zusätzlich das Wissen über die Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit sowie die Motive und das Verhalten der Verbraucher bezüglich regionaler Produkte zu vergrößern. 

Um diese Lernziele zu erreichen, wurde eine Kommunikationsstrategie für regionale Produkte (KORP) auf lokaler Ebene entwickelt. Sie soll in der Erprobungsphase durchgeführt werden. Die dabei gemachten Erfahrungen sollen genutzt werden, um 

  • die lokale Strategie zu differenzieren; 
  • eine Ausweitung der Strategie zur Vermarktung regionaler Produkte auf die regionale Ebene zu konzipieren. 

Die KORP leitet sich aus den spezifischen Eigenschaften und Stärken regionaler Produkte und der spezifischen Nachfrage nach Informationen der Bevölkerung ab. Die Strategie ruht auf drei Säulen: 

  • einem öffentlichen Kommunikationskonzept, das die Vorteile der regional erzeugten Lebensmittel für die Region sichtbar macht und vermittelt. 
  • einem unternehmensspezifischen Kommunikationskonzept, das im Rahmen des Marketings die Vorteile regional erzeugter Lebensmittel für den einzelnen Verbraucher am Verkaufsort sichtbar macht und vermittelt; 
  • einer konzertierten Aktion, bei der Vertreter von Gemeinwohlinteressen und individuellen Interessen systematisch bei der Lösung eines regionalen Problems zusammenarbeiten. 

In einem ersten Schritt wird ein öffentliches und ein unternehmensbezogenes Kommunikationskonzept zeitlich parallel entwickelt und erprobt. Beide Konzepte bestehen aus einzelne Maßnahmen und Aktivitäten die die gemeinwohlorientierten Akteure bzw. die Anbieter regionaler Produkte zur Förderung der Regionalvermarktung durchführen können. 

In einem zweiten Schritt wird auf der Basis der gesammelten Erfahrungen eine konzertierte Aktion aller engagierter regionaler Akteure systematisch geplant und durchgeführt. Die einzelnen Aktivitäten werden von einer kleinen lokalen Gruppe zur Unterstützung der Regionalvermarktung konzipiert und durchgeführt, bezüglich ihrer Wirkung auf die Verbraucher/Bürger evaluiert und die Ergebnisse gemeinsam reflektiert. 

 

Das öffentliche Kommunikationskonzept wendet sich an die Bevölkerung als Bewohner einer Region. Seine wesentlichen Informationsgrundlagen bilden die Vorteile regionaler Produkte für die Region (Koppelprodukte). Wesentliche Informationsmittler stellen die Akteure mit Gemeinwohlinteressen (Politik, Kirche, Naturschutz, Agenda 21-Initiativen, Schulen, etc.), Nutzer anderer natürlicher Ressourcen (Wasserwerke, Tourismus-Akteure, etc.) und die öffentlichen Medien dar. Ziel des Konzeptes in der Erprobungsphase ist, eine öffentliche Kommunikation zu initiieren, unterstützen, begleiten und evaluieren. 

Im zeitlichen Ablauf erfolgt die Durchführung des öffentlichen Kommunikationskonzepts in zwei Abschnitten: In dem ersten Abschnitt (6 Monate) wird eine Bestandsaufnahme der sozialen Potenziale, der regionalen Produkte und der Verkaufsstellen durchgeführt und die Ergebnisse (Einkaufsführer, Stand mit Regionalprodukten zum Mucher Agenda-Tag, Konzeption für die Kommunikationsaktivitäten) präsentiert. In dem zweiten Abschnitt (6 Monate) werden gezielte Aktivitäten zur öffentlichen Kommunikation der Vorteile von Regionalprodukten durchgeführt und evaluiert. 

 

Das Konzept für die Unternehmenskommunikation wendet sich an die Wirtschaftsakteure, die regionale Produkte erzeugen und verkaufen. Seine wesentlichen Informationsgrundlagen sind die besonderen Vorteile regionaler Produkte für die Verbraucher (individuelle Zusatznutzen). Ziel des Konzepts ist es, die relevanten Zusatznutzen regionaler Produkte am Verkaufsort in verschiedener Weise sichtbar zu machen und zu vermitteln und die Erfolge systematisch zu evaluieren. 

Im zeitlichen Ablauf erfolgt die Umsetzung des Konzepts für die Unternehmenskommunikation ebenfalls in zwei Abschnitten: in einem ersten Abschnitt (6 Monate) wird eine Produktanalyse sowie eine Verbraucherbefragung durchgeführt und die Ergebnisse (Bericht "Wahrnehmung der regionalen Produkte und ihrer Präsentation durch die Verbraucher") präsentiert. In einem zweiten Abschnitt werden verschiedene Versuche zur Produktpräsentation durchgeführt und evaluiert. 

 

Die konzertierte Aktion von unternehmensbezogener und öffentlicher Kommunikation wendet sich an alle relevanten lokalen Akteure für die Vermarktung regionaler Produkte. In ihr sollen sowohl die individuellen als auch die regionalen Zusatznutzen vermittelt werden. Ziel der Aktion ist, die Synergieeffekte zwischen öffentlicher und privater Kommunikation am Beispiel einer zeitlich begrenzten, ziel- und ergebnisorieniterten Aktion zu prüfen. Die Planung der konzertierten Aktion besteht aus folgenden Festlegungen: 

  • Zielsetzung (Welches regionales Problem will man lösen?) und Ergebnisse (Was will man bis wann erreichen?); 
  • Indikatoren (Woran mißt man die Fortschritte?); 
  • Aktivitäten (Wer trägt was dazu bei?); 
  • Kommunikation der Erfolge (Wie kommuniziert man den Stand der Ergebniserreichung?). 

Zum Abschluß der Erprobungsphase wird eine Endevaluation der gemeinsamen Aktivitäten und ihrer Effekte durchgeführt. Es wird hierzu eine Befragung von einigen Verbrauchern/Bürgern, Unternehmern und Vertretern gemeinwohlorientierter Interessen druchgeführt. Die Evaluationsergebnisse werden in der lokalen Gruppe zur Unterstützung der regionalen Vermarktung reflektiert und gemeinsam Schlüsse gezogen.

 
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Stand: 06.03.03