Bonn/Rhein-Sieg-Kreis
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| Der Rhein-Sieg-Kreis (RSK) erstreckt sich im Südwesten
Nordrhein-Westfalens im Regierungsbezirk Köln über eine Fläche von
115.346 Hektar (ha). Ende 1999 lebten hier 572.637 Menschen. Er
umschließt die kreisfreie Stadt Bonn mit einer Fläche von 14.123 ha
und 301.048 Einwohnern. |
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Die landwirtschaftlichen Produktionspotenziale im RSK
sind vergleichsweise günstig. Die Vielfalt und Breite der regionalen
Produktpalette reicht vom Marktfruchtbau mit einem Schwerpunkt auf
Getreide- und Zuckerrüben über einen überregional bedeutsamen
Obstanabu (v.a. Äpfel) und Gemüseanbau (v.a. Salate und Kohlsorten)
bis hin zur Grünlandwirtschaft (v.a. Milchwirtschaft) in großen
Teilen des Rhein-Sieg-Kreises. Zudem hat der Rhein-Sieg-Kreis mit den
höchsten Bestand an Streuobstwiesen aller NRW-Kreise. |
| Die Verarbeitungskapazitäten für Nahrungsmittel sind
produktspezifisch unterschiedlich. In der Region selbst gibt es nahezu
keine milchverarbeitenden Betriebe. Die nächste große Molkerei ist
ebenso wie der nächste größere Schlachthof in Köln. Daneben gibt
es in der Region aber noch über 40 kleinere Schlachtstätten. Auch
hinsichtlich der Zahl der Fleischerei- und Bäckereibetrieb ist trotz
rückläufiger Entwicklung noch eine relativ gute Struktur kleiner bis
mittlerer handwerklicher Betriebe vorhanden. Dies gilt auch für die
Keltereien.
Die Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel ist mit der im
Hunsrück bzw. der bundesweiten Entwicklung vergleichbar. |
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Die Analyse der Potenziale und die Identifikation der
bereits vorhandenen Ansätze und Initiativen zur regionalen
Vermarktung im Rhein-Sieg-Kreis zeigten Regionalisierungspotenziale
bei einer ganzen Reihe möglicher Produktlinien (u.a. Rindfleisch,
Streuobstprodukte, Brot). In der Diskussion der Ergebnisse der
Handlungsfeldanalyse in einem Workshop gegen Ende der Konzeptionsphase
zeigten sich deutliche Interessen wichtiger regionaler Akteure an
einer möglichst breiten Palette regionaler Produkt sowie an einer
stärkeren Orientierung auf Verbraucher. Unter den verschiedenen
regionalen Initiativen im Rhein-Sieg-Kreis erscheinen die Bedingungen
im Mucher Raum und dort vor allem im Supermarkt Höller als besonders
günstig. Im dortigen Supermarkt besteht bereits ein breites Angebot
verschiedener regionaler Produkte. Die Produkte stammen zum größten
Teil von Erzeugern aus Much und dem Mucher Umland, was den
Verbrauchern höchstmögliche Transparenz und Identifikation
ermöglicht. Der aktuell geplante Neubau (Eröffnung Frühjahr 2001)
eines wesentlich erweiterten Supermarktes bietet verschiedene
Handlungsansätze, so u.a.:
- die weitere Ausweitung der Produktpalette;
- die Präsentation regionaler neben überregionalen sowie
ökologischer neben konventionellen Produkten;
- die experimentelle Weiter-/Entwicklung verschiedener Methoden
der Vermittlung der Koppelprodukte am Produkt bw. in dessen
Umfeld;
- eine differenzierte Befragung der Kunden in direkten
Zusammenhang mit ihrer Kaufentscheidung;
- die Überprüfung der Wirksamkeit verschiedener Methoden anhand
der Absatzentwicklung.
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| Much liegt - mit einer Fläche von ca. 78 qkm und 14.500
Einwohnern - 30 km nordöstlich von Bonn und 35 km östlich von Köln,
nahe der Grenze zum Oberbergischen Kreis. Mit seinem ländlichen
Charakter und seiner attraktiven Kulturlandschaft stellt der Ort eine
Naherholungsregion und zunehmend auch einen Wohnort für Menschen aus
den angrenzenden Ballungsgebieten (Köln, Bonn, Düsseldorf) dar, vor
allem für Familien mit Kindern. Auch als Gewerbestandort wächst
Muchs Bedeutung: so stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen
Arbeitsplätze in den Jahren 1990 bis 1994 um 35%. Als
Kooperationspartner für die Erprobungsphase konnten bisher der
Bürgermeister und der Umweltbeauftragte der Gemeinde Much gewonnen
werden. Den Hauptmotor für die Regionalvermarktung in Much stellt der
Supermarktleiter Höller dar. Sein Engagement und seine Möglichkeiten
für den Verkauf regionaler Produkte werden Anfang 2001 ausgeweitet,
wenn die Verkaufsfläche im Neubau von 800 auf 2200 qm wächst.
Darüber hinaus engagiert sich Herr Höller intensiv im Lokalen
Agendaprozeß. Mittlerweile hat sich in enger Zusammenarbeit mit dem
Projektteam eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema Regionalvermarktung
gebildet. Als erste größere Aktion präsentierten sich die Anbieter
regionaler Produkte Mitte Juni 2000 auf dem öffentlichen Agenda-Tag
in Much. Für diese Präsentation wurde auch ein Einkaufsführer
erstellt, der die Anbieter mit ihren regionalen Produkten vorstellt. |
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