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Die mehrheitlich vorfindlichen Konsummuster tragen zu einer Ausweitung
des Flächenverbrauchs, wachsenden Transportwegen und Aktionsradien bei
und befördern somit z.B. die private PKW-Nutzung mit den dadurch
hervorgerufenen Umweltproblemen. Diese ökologischen Effekte stehen in
unmittelbaren Wechselwirkungen mit sozialen und ökonomischen Prozessen,
d.h. den beiden anderen Dimensionen des "magischen Dreiecks" der
Nachhaltigkeit: Etwa indem der PKW-Besitz zur nahezu unabdingbaren
Zugangsvoraussetzung zu den offerierten Konsummöglichkeiten und damit zum
Instrument der sozialen Integration wird oder indem räumliche
Verlagerungs- und Konzentrationsprozesse im Einzelhandel zu Lasten
kleinerer Betriebe sowie der Versorgungsqualität in vielen Nahbereichen
gehen.
In dem Forschungsprojekt Informieren - Anbieten - Verordnen erfolgt
eine wissenschaftliche Begleitforschung zu drei
nachhaltigkeitsorientierten Praxisprojekten in Bremen mit drei
unterschiedlichen Implementationsstrategien im Sinne von Informieren,
Anbieten und Verordnen.
Hierbei handelt es sich um:
a) "Informieren": Umsetzung eines Logistikkonzeptes
und Durchführung einer Informationskampagne zum Vertrieb und Konsum
transportreduzierter regionaler Lebensmittel. Das zugrundeliegende
Praxisprojekt "Kita-Küche der kurzen Wege", hat zum Ziel
mittels einer Informationsstrategie die Nutzung regionaler Produkte in
einer Kindertagesstättenküche zu fördern und wird im Rahmen des lokalen
Agenda Prozesses initiiert (Informations-, Aufklärungsstrategie).
b) "Anbieten": Einrichtung eines überbetrieblichen
Lieferservice der Einzelhändler eines Stadtteils als Angebotsstrategie.
Das zugrundeliegende Praxisprojekt "Lieferdienst Neustadt" hat
zum Ziel., durch eine Verbesserung des Einzelhandelsangebotes auf
Stadtteilebene die Rolle der verbrauchernahen Einkaufsstandorte zu
stärken und damit das Abwandern der mobilen Kunden ins Umland zu
vermeiden. Es wurde in einer Kooperation von Einzelhandel, Akteuren der
lokalen Agenda und einem Transportunternehmen entwickelt
(Angebotsstrategie).
c) "Verordnen": Einführung quartiersbezogener Regeln
zum Anwohnerparken als Verordnungsstrategie. Praxisprojekt ist die
Einführung von Anwohnerparken in verschiedenen bremischen Stadtteilen,
wie sie im Stadtentwicklungskonzept vorgesehen wird, mit dem Ziel,
innerstädtische Wohnqualität zu verbessern, die lokale Orientierung der
Anwohner im Stadtteil zu stärken und Berufspendler zu einem Umstieg auf
den Umweltverbund zu bewegen. Es handelt sich hierbei um eine klassische
gesetzlich geregelte und von der Verwaltung getragene
Einführungsstrategie (Verordnungsstrategie).
Durch den Vergleich der drei Implementationsstrategien und der
dazugehörigen Praxisprojekte sollen Erkenntnisse über die jeweiligen
Prozessverläufe und deren Effektivität, über Verlaufs- und
Erfolgsbedingungen von Aushandlungs- und Konfliktbewältigungsprozessen
und über Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Strategien gewonnen
werden.
Langfassung der Projektbeschreibung - Zielsetzung
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