Stand des Projektes

Informieren - Anbieten - Verordnen. Wege zu nachhaltigen Konsummustern zwischen Konsens und Konflikt

In dem Sachstandsbericht werden die Arbeitsschritte und Ergebnisse des Berichtszeitraumes 1999 dargestellt. Er gliedert sich in zwei Abschnitte: Teil 1 bildet der formale Sachstandsbericht, in dem knapp auf die Ergebnisse des Berichtszeitraumes eingegangen wird. Teil 2, der inhaltliche Sachstandsbericht, dient der Ergänzung des formalen Sachstandsberichtes.

Download des Sachstandsberichtes (pdf-Format, 1,1 MB)

 

Vorgehensweise 

Grundlage der Arbeit bilden drei Praxisprojekte in Bremen, welche alle auf eine Verstärkung der lokalen / regionalen Orientierung von KonsumentInnen und Wirtschaftsakteuren abzielen. Sie leisten einen Beitrag zur räumlichen und sozialen Maßstabsverkleinerung in Bezug auf verschiedene Funktionen (Transport, Konsum, (Auto-)Mobilität), in Bezug auf Beziehungsmuster und auf die Identifikation auf lokaler bzw. regionaler Ebene. Es handelt sich hierbei um folgende Projekte: 

a) "Umsetzung eines Logistikkonzeptes und Durchführung einer Informationskampagne zum Vertrieb und Konsum transportreduzierter regionaler Lebensmittel": Das zugrundeliegende Praxisprojekt "Kita-Küche der kurzen Wege", hat zum Ziel mittels einer Informationsstrategie die Nutzung regionaler Produkte in einer Kindertagesstättenküche zu fördern und wird im Rahmen des lokalen Agenda Prozesses initiiert (Informations-, Aufklärungsstrategie). 

b) "Einrichtung eines überbetrieblichen Lieferservice der Einzelhändler eines Stadtteils": Das zugrundeliegende Praxisprojekt "Lieferdienst Neustadt" hat zum Ziel., durch eine Verbesserung des Einzelhandelsangebotes auf Stadtteilebene die Rolle der verbrauchernahen Ein-kaufsstandorte zu stärken und damit das Abwandern der mobilen Kunden ins Umland zu vermeiden. Es wurde in einer Kooperation von Einzelhandel, Akteuren der lokalen Agenda und einem Transportunternehmen entwickelt (Angebotsstrategie). 

c) "Einführung quartiersbezogener Regeln zum Anwohnerparken": Praxisprojekt ist die Einführung von Anwohnerparken in verschiedenen bremischen Stadtteilen, wie sie im Stadtentwicklungskonzept vorgesehen wird, mit dem Ziel, innerstädtische Wohnqualität zu verbessern, die lokale Orientierung der Anwohner im Stadtteil zu stärken und Berufspendler zu einem Umstieg auf den Umweltverbund zu bewegen. Es handelt sich hierbei um eine klassische gesetzlich geregelte und von der Verwaltung getragene Einführungsstrategie (Verordnungsstrategie). 

Folgende Untersuchungsfragen stehen bei der Analyse der drei Praxisprojekte im Vordergrund: 

  • Welches sind die intendierten und nicht-intendierten Effekte der jeweiligen spezifischen Verfahrensweisen, d.h. der jeweils gewählten Konfliktbewältigungs- bzw. Konsens- oder Kompromißfindungsmechanismen? 
  • Wie gestaltet sich der Zusammenhang von Prozessentwicklung (d.h. der Entwicklung von Regeln, Verfahrensweisen, Konfliktbewältigungsstrategien) und Programmentwicklung (d.h. der Bedingungen, Ziele, Wirkungen und der realen Zielerreichung)? 
  • Welche Prozesskonstellationen und -variablen führen zu einer Stärkung von lokaler Orientierung bei den beteiligten Akteuren und befördern die Motivation zu nachhaltigkeitsorientierten Verhaltensänderungen? 
  • Wie sollte ein innovativer Instrumenten- und Verfahrens"mix" zur Kombination und Optimierung der jeweiligen Stärken dieser drei unterschiedlichen Implementationsstrategien aussehen? 

Die Forschungsarbeit zur Beantwortung dieser Untersuchungsfragen gliedert sich in drei Arbeitsschritte: In einem ersten Arbeitsabschnitt werden die Entstehungsphasen der drei Praxisprojekte und die relevanten Prozesskonstellationen erfasst und rekonstruiert, d.h. diejenigen Planungs- und Vorbereitungsschritte untersucht, die bis zur konkreten Einführung der Maßnahme vollzogen werden. Im Vordergrund stehen die Bedingungen, die zur Entstehung der Praxisprojekte beigetragen haben. Es sollen zudem Akteurskonstellationen und deren relevante Handlungsmotive, -ziele und -bedingungen analysiert werden. 

Grundlage der Analyse bilden auf Literatur zu Netzwerkanalysen gestützte, gemeinsam erarbeitete Erhebungskategorien zu Prozess- und Akteursanalysen. Anhand dieser Kategorien werden auch die Analyseergebnisse der drei Teilprojekte (Kapitel 4-6) dargestellt. Die Auswertung der Entstehungsgeschichten wird mit einem Meilenstein abgeschlossen, in dem ein Austausch unter den Projekten stattfindet und die Ergebnisse den Praxispartnern zurückgespiegelt werden. In dem zweiten Arbeitsabschnitt wird der Einführungsprozess und die Umsetzungsphase analysiert, in einem dritten Abschnitt erfolgt eine Wiederholungsbefragung zur Analyse der Normalphase. 

Der vorliegende Sachstandsbericht für den Berichtszeitraum 1999 gibt im wesentlichen Untersuchungsinhalte aus dem ersten Arbeitsabschnitt und konzeptionelle Überlegungen zum zweiten Arbeitsabschnitt des Projektes wieder. In dem nun folgenden Kapitel werden die im Berichtszeitraum durchgeführten Arbeitsschritte dargestellt sowie der Stand des Vorhabens im Vergleich zur urspünglichen Arbeits-, Zeit- und Aufgabenplanung des Projektantrages erläutert.

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Stand: 06.03.03