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Die mehrheitlich in unserer Gesellschaft vorfindlichen Konsummuster sind
geprägt durch wachsende Aktionsradien und Transportwege sowie einen
zunehmenden Flächenverbrauch. Folgen davon sind die steigende Abhängigkeit
vom privaten PKW (und LKW) sowie die dadurch hervorgerufenen Umweltprobleme,
aber auch ökonomische und soziale Probleme, wenn beispielsweise der
PKW-Besitz zur Zugangsvoraussetzung zu Konsummöglichkeiten und damit zum
Instrument sozialer Integration wird.
Will man nachhaltige Konsummuster befördern, muß somit eine
Maßstabsverkleinerung räumlicher und sozialer Beziehungen angestrebt
werden. Eine verstärkte lokale / regionale Orientierung des alltäglichen
Konsumverhaltens ist nach Ansicht des Projekts eine notwendige soziale
Voraussetzung von nachhaltigem Konsum. Untersucht werden unterschiedliche
nachhaltigkeitsorientierte Praxisprojekte. Sie sind geprägt durch ein hohes
Maß an gesellschaftlicher Selbstorganisation, der in Zeiten von
Individualisierung und Pluralisierung eine wachsende Bedeutung zukommt, da
sich hier die Spielräume individuellen Handelns vergrößern.
Die Wirksamkeit formeller Politik mit ihren relativ starren
Aushandlungsprozessen wird hingegen mehr und mehr unterminiert. Zugleich
aber bleibt für nachhaltigkeitsorientierte Projekte die Zusammenarbeit mit
der formellen Politik essentiell, denn sofern Initiativen "von
unten" bzw. zivilgesellschaftlich organisierte Prozesse in den
formellen Strukturen von Politik und Verwaltung keine Unterstützung finden,
bleiben sie in ihrer Entfaltung und Breitenwirkung auch beschränkt.
Für solche Projekte erscheint folglich das Zusammenspiel von formellen
Akteuren und informellen Akteuren notwendig. Ziel des Projektes ist darum,
zu untersuchen, wie sich das Verhältnis von formeller und informeller
Politik in drei Praxisprojekten mit unterschiedlichen
Implementationsstrategien gestaltet. Formelle und informelle Akteure
verfügen über divergierende Interessen und andere Arten sowie Grade der
gesellschaftlichen Legitimation, sie haben unterschiedliche Kompetenzen und
agieren nach unterschiedlichen Vorstellungs- und Handlungsmodi. Die
Konfliktpotentiale sind also beträchtlich.
Zur erfolgreichen Kooperation kann es deshalb nur da kommen, wo es
gelingt, ein Prozedere zu entwickeln, das eine angemessene Verständigung
aller Beteiligten als Voraussetzung für einen befriedigenden Ausgleich
ermöglicht.
Ziel des Forschungsprojektes ist deshalb, neben der Beantwortung der
Frage, ob die Praxisprojekte in ihrer Wirkung eine Verkleinerung des
räumlichen und sozialen Maßstabs erreichen können, die Analyse und der
Vergleich der unterschiedlichen Typen von Aushandlungs- und
Auseinandersetzungsprozessen.
Die Voraussetzungen für Erfolg / Nichterfolg dieser Prozesse sollen
herausgearbeitet werden ebenso wie ihre konkreten Wirkungen nach innen (auf
die Projekte selbst) und nach außen (auf deren gesellschaftliches Umfeld).
Erwartet werden Ergebnisse, die trotz der teilweise recht spezifischen
Situation der Praxisprojekte verallgemeinerbar und übertragbar sind auf
andere Projekte in anderen Konstellationen.
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