Minimalmengenschmierung

Die drastische Verminderung des Kühlschmierstoff-Einsatzes bei der spanenden Metallbearbeitung stellt eine günstige win-win-win-Situation zwischen den verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen dar. Sie ist somit ein besonders geeignetes und lohnendes Beispielfeld für nachhaltige Prozessinnovationen (Steigerung der Ressourceneffizienz). Die folgenden Innovationsarten werden von uns exemplarisch realisiert:
  • Innovation bzw. Diffusion der verfügbaren technologischen Lösungen in ein breiteres Anwendungsfeld, insbesondere in den spanenden Bearbeitungsprozessen der KMU. Hier kann durch den Verweis auf ähnlich gelagerte Referenzanwendungen und durch die Unterstützung bei der Einführung insbesondere subjektiven Vorbehalten entgegengewirkt werden.
  • Innovation durch Erweiterung des "Technologiefensters" in Hinblick auf die trockene Zerspanung problematischer (hochlegierter) Stähle bzw. durch den Einsatz in schwierigen Bearbeitungsprozessen, z.B. beim Formschleifen.

Wir erreichen dadurch eine technologische Lösungskompetenz bei den beteiligten Partnerbetrieben und sammeln übertragbare Erfahrung bei der Initiierung eines selbstgetragenen Umstellungsprozesses in KMU.

In diesem auf eine "Breitenwirkung" ausgerichteten Teilprojekt wird besonderer Wert auf das erreichen von Erfolgsstories innerhalb der Projektlaufzeit gelegt. Dazu sollen in drei norddeutschen metallverarbeitenden Betrieben jeweils eine Werkzeugmaschine vollständig "trocken gelegt" werden, (KSS-Verbrauch von < 50 ml/h). Dabei arbeiten wir mit dem Labor für Produktionstechnik der FH-Hamburg unter Leitung von Prof. Dräger zusammen. In dem Labor werden die ersten "trockenen" Spanversuche durchgeführt, dessen Ergebnisse im I. Quartal 2001 in einem Workshop gemeinsam mit den Betriebspraktikern diskutiert werden. Darauf aufbauend werden konkrete Veränderungsmaßnahmen der Produktion in den Betrieben abgeleitet und unter sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten beschrieben.

Die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesen Stufen werden in Workshops zwischen den Praxispartnern und der Forschungsgruppe diskutiert und bewertet. Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau eines regionalen Kompetenzzentrums oder eines andersartig strukturierten Akteursnetzwerkes für den weiteren Praxistransfer derartiger Bearbeitungstechniken.

 
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Stand: 06.03.03