Ergebnisse

Die Wissenschaftler haben verschiedene Optionen zur künftigen Energiebedarfsdeckung technisch und ökonomisch anhand von Modellen analysiert:
  • die getrennte Versorgung, ggf. mit neuen Anlagen
  • die Errichtung gemeinsam genutzter Anlagen
  • die Vernetzung der Unternehmen und Nutzung der energetischen Reststoffe des einen Unternehmens im anderen Unternehmen
  • die Nutzung bisher nicht ausgelasteter Anlagen

Daraus wurden Handlungsempfehlungen und Vorschläge erarbeitet, die den einzelnen Unternehmen unterbreitet wurden.

Ein wichtiger Schritt in Richtung des gemeinsamen Energiemanagements ist die Vertrauensbildung zwischen den einzelnen Unternehmen, die sensible Daten nicht gerne preisgeben wollen. So haben die Wissenschaftler Orte und Möglichkeiten, wie Betriebsbesichtigungen und gegenseitig unterzeichnete Geheimhaltungserklärungen geschaffen, die das gegenseitige Vertrauen stärken und für die Probleme der einzelnen Unternehmen sensibilisieren, da andere Gesprächsebenen möglich werden.

Die Wissenschaftler haben es für die Unternehmen plausibel belegen können, welchen Nutzen sie von einem gemeinsamen Energiemanagement haben. Doch im Moment erscheint den Unternehmen die Versorgung über ein gemeinschaftliches Unternehmen noch zu teuer, zumal durch die Liberalisierung der Energiemarkt in Bewegung ist. Wenn aber ab 2002 die Kraft-Wärme-Kopplung von der Regierung gefördert wird, kann sich dies ändern.

Hinsichtlich des Baus und Betriebs eines gemeinsamen Kraftwerks zur betriebsübergreifenden Versorgung der am Projekt beteiligten Unternehmen mit Strom und Dampf konnte ein Treffen ihrer Geschäftsführer initiiert werden. Dort wurden die Chancen, aber auch die Hemmnisse der Realisierung einer gemeinsamen Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung erörtert. Die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse stiessen auf reges Interesse und werden nun in den Unternehmen auf eine Umsetzbarkeit hin untersucht. Dabei stehen insbesondere die noch zu lösenden Detailfragen zur Aufteilung verschiedener Risiken auf die einzelnen Partner im Vordergrund.

Die Schaffung des Netzwerks hat auch dazu geführt, dass mehrere kleinere Projekte zwischen einzelnen Netzwerkpartnern realisiert werden konnten - z.B. die Umstellung von einer Flüssiggas- auf Erdgasfeuerung bei Borregaard im Rahmen eines Contracting mit den Stadtwerken Karlsruhe.

Verallgemeinerung der Ergebnisse

Wolf Fichtner diskutiert in seinem Buch "Energie und Produktion: Verknappung der Umweltnutzung und produktionswirtschaftliche Planung" die Auswirkungen des Handels von Emissionsrechten auf die Unternehmen, um produktionswirtschaftliche Lösungen für den Umgang mit einer Verknappung der Emissionsrechte zu entwickeln. Aufbauend auf den Ergebnissen aus dem Modellprojekt werden Handlungsoptionen durch zwischenbetriebliche regionale Kooperationen dargestellt. Fallstudien verdeutlichen die Zusammenhänge und die praktische Anwendung der zahlreichen Lösungen.

 
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Stand: 24.05.05